Der NABU - ein Verband mit Geschichte

Exkursion in den 1950er Jahren - Foto: Archiv NABU Hamm
Exkursion in den 50er Jahren - Foto: Archiv NABU Hamm

Wer auf die mehr als 110-jährige Geschichte des NABU zurückblickt, dem kommen unweigerlich viele Fragen in den Sinn:

Warum heißt der NABU eigentlich NABU? Seit wann ist der Weißstorch der Wappenvogel? Wie viele Mitglieder hatte der Bund für Vogelschutz eigentlich im Kaiserreich? Gab es zu Zeiten des Reichsbunds für Vogelschutz auch noch jüdische Mitglieder im Verein? Kümmerte sich Lina Hähnle tatsächlich nur um Vogelschutz? Warum kaufte der Bund für Vogelschutz Grundstücke als Schutzgebiete auf? Stimmt es, dass ein US-Präsident Mitglied im BfV war? Begann das internationale Engagement des Verbandes tatsächlich erst mit der Wende?

Manche der Fragen lassen sich einfach beantworten, einige hingegen sehr viel schwieriger und auf etliche gibt es bislang keine bzw. keine zufriedenstellenden Antworten. Wenn wir heute wissen, dass der US-Präsident Woodrow Wilson im Jahre 1912 Mitglied des BfV wurde oder wenn wir belegen können, dass Lina Hähnle von einem breiten Naturschutzverständnis bestimmt war, sich aber aus "Marketinggründen" auf den Vogelschutz konzentrierte, dann wissen wir das nur, weil weitsichtige Menschen ein Auge darauf hatten, dass Korrespondenzen, Publikationen oder Film- und Bildaufnahmen der Nachwelt erhalten bleiben.

Vor einigen Jahren beauftragte das NABU-Präsidium die Stiftung Naturschutzgeschichte auf dem Drachenfels bei Königswinter damit, die Geschichte des NABU zu dokumentieren. Darüber hinaus nahm der NABU-Bundesverband das 100-jährige Verbandsjubiläum zu Anlass, die eigene Verbandsgeschichte von der Umwelthostorikerin Dr. Anna-Katharina Wöbse aufarbeiten zu lassen.

Der Aktenbestand des NABU-Archivs auf dem Drachenfels - Foto: Schulte | NABU

Das NABU-Verbandsarchiv auf dem Drachenfels

Vor einigen Jahren beauftragte das NABU-Präsidium die Stiftung Naturschutzgeschichte auf dem Drachenfels bei Königswinter damit, die Geschichte des NABU zu dokumentieren. Darüber hinaus nahm der NABU-Bundesverband das 100-jährige Verbandsjubiläum zu Anlass, die eigene Verbandsgeschichte von der Umwelthostorikerin Dr. Anna-Katharina Wöbse aufarbeiten zu lassen.

Die Aktenbestände des NABU im Archiv der Stiftung Naturschutzgeschichte füllen mittlerweile mehr als 70 Regelmeter. Der überwiegende Teil bildet die Arbeit des Bundesverbands und der Bundesgeschäftsstelle ab. Die Landesverbände sind mit Ausnahme eines Aktenbestands aus Niedersachsen nicht vertreten. Die NABU-Gruppen und Kreisverbände fehlen bislang fast vollständig. Hingegen haben verschiedene Einzelpersonen (z.B. die Lina-Hähnle-Enkelin Eleonore Waldhör) ihr Archiv dem Museum übergeben.

Dachböden, Keller und andere Fundorte für Verbandsgeschichte

Wenn sie oder ihre Familienangehörigen Teil der NABU-Geschichte waren oder sind? Wenn sie noch Dokumente, Mitgliederverzeichnisse, Fotos oder andere Erinnerungsstücke aus Zeiten des Bund für Vogelschutz oder des Reichsbund für Vogelschutz auf dem Dachboden oder im Keller liegen haben? Dann melden Sie sich bei uns und geben sie es nicht einfach ins Altpapier. 


Verbandshistorische Projekte

Zeitzeugen der Wendejahre

Im November 2015 jährte sich zum 25. Mal der Tag des Zusammenschlusses des Naturschutzbund der DDR mit dem Naturschutzbund der Bundesrepublik Deutschland zum NABU. Das NABU-Projekt "Wende-Zeitzeugen" dokumentierte die Erinnerungen von NABU-Mitgliedern und Aktiven, die den Prozess des Werdens eines gesamtdeutschen Naturschutzverbandes begleitet und mitgestaltet haben. Mehr ...

Jubiläen von NABU-Gruppen

Kurz nach der Gründung des "Bund für Vogelschutz (BfV)" im Jahre 1899 begann die Verbandsgründerin Lina Hähnle mit dem Aufbau örtlicher Gruppen. So manche NABU-Gruppe kann daher auf eine mehr als 100-jährige Geschichte zurückblicken. 

Mehr zu den Gruppen-Jubiläen und zu den damit in Zusammenhang stehenden offenen Fragen gibt es hier.

Tagung zum 75. Todestag von Lina Hähnle

Den 75. Todestag von Lina Hähnle nahmen der NABU-Bundesverband und die Stiftung Naturschutzgeschichte im Februar 2016 zum Anlass für eine gemeinsame Tagung, die sich mit den demokratischen Wurzeln der deutschen Naturschutzgeschichte beschäftigte. Den zusammenfassenden Bericht von Dr. Hans-Werner Frohn finden sie hier.

Beim Klartext-Verlag ist die Tagungsdokumentation erhältlich:

Hans-Werner Frohn/Jürgen Rosebrock (Hrsg.) (2017): Spurensuche. Lina Hähnle und die demokratischen Wurzeln des Naturschutzes. Klartext. Essen. ISBN 978-3-8375-1871-9.

Kontakt

NABU-Bundesgeschäftsstelle
Stabsstelle Verbandsentwicklung

Ralf Schulte
Tel. 030.284 984 1131
Ralf.Schulte(at)NABU.de